Das Lasten wird in der Regel vom Auftraggeber erstellt. Nach DIN69901-5 beschreibt das Lastenheft die "Gesamtheit der Forderungen an die Lieferungen und Leistungen eines Auftragsnehmers innerhalb eines Projekts bzw. Projektauftrags." Mit der genauen Beschreibung kann es auch als Basis für Ausschreibungen, Angebote, etc. gelten. Andere Branchen, wie beispielsweise die Bau- und Anlagenbranche bezeichnen das Lastenheft als Leistungsverzeichnis.
Man trifft häufig auch an, dass das Lastenheft nicht vom Auftraggeber sondern vom Auftragnehmer erstellt wird. Für den Auftragnnehmer hat das den Vorteil, dass er selbst die Leistungen festlegt, die er liefern kann. Das sollte trotzdem in enger Absprache mit dem Auftraggeber erfolgen, damit dieser hinterher nicht unzufrieden ist, weil der nicht die Leistung erhalten hat, die seinen Anforderungen entspricht. Für den Auftraggeber hat dieses Vorgehen auch den Vorteil, dass er die Fachkompetenz des Auftragnehmers nutzen kann.
Was sollte im Lastenheft enthalten sein?
- Alle Spezifikationen, wie bspw. Liefergegenstand, Lieferobjekt, Produkt, Ausführung, etc. - Besondere Anforderungen an die Leistung oder das Produkt, die in der späteren Verwendung zu erfüllen sind - Rahmenbedingungen wie Normen, Materialien, Toleranzen, Gesetze, Richtlinien, Zertifikate, etc. - Risikomanagement und Informationsmanagement - Vertragliche Rahmenbedingungen wie Garantie-Leistungen, Bereitsstellung von Teilleistungen zu einem bestimmten Zeitpunkt, etc. - Anforderungen an den Auftragnehmer (z. B. Zertifizierung nach PMI oder ISO, …) - Vorgaben für das Projektmanagement des Auftragnehmers (Dokumentionen, Qualtitätsmanagement, Controlling, …) |
Nach Erstellung des Lastenheftes nimmt der Auftragnehmer die darin gewünschten/geforderten Ergebnisse, die man auch Lasten nennt, und überträgt sie eine Form, die die dazu erforderlichen Tätigkeiten beschreibt. Dies ist dann das Pflichtenheft, das je nach Komplexität des Projekts einfach nur Liefertermine und Preise beinhaltet oder aber eine vollständige Projektplanung mit Vertragsterminplan beinhalten kann.
Gibt es einen hohen Abstimmungsbedarf zwischen beiden Parteien, wird das Pflichtenheft häufig in Workshops und Arbeitsgruppn erstellt. Betrachten wir Großprojekte, wie beispielsweise Fußballstadien, Firmengroßbauten, etc., ist die Erstellung des Pflichtenheftes schon ein eigenes Projekt.
Lasten- und Pflichtenheft sind Bestandteil des Vertrags zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer.
Beschreibungen in anderen Normen
PMBOK® Guide 2008 Das Statement of Work (SOW) ist die Beschreibung der zu erbringenden Dienstleistungen oder Werke. Das SOW ist somit nur die Erfassung der Spezifikationen des Projektgegenstandes.
ICB 3.0 Keine Nennung von Lastenheft. Hier wird nur von 2 "project scope" und "deliverables" gesprochen
NCB 3.0 Keine Nennung von Lastenheft. Lediglich wird hier Lasten- und Pflichtenheft im "Leistungsumfang und Lieferobjekte" erwähnt.
PRINCE2 verzichtet völlig auf die Systematik von Lastenheft und Pflichtenheft, da es die Beschaffungsprozesse nicht beschreibt. Hier gibt es dafür das Projektmandat und die Projektprodukt-Beschreibung. |
Synonyme / Verwandte Begriffe / weiter führende Begriffe Leistungsverzeichnis, Leistungsumfang
Auftragnehmer, Pflichtenheft, Angebotsanfrage, Spezifikation, Anforderungskatalog, Produkt, Ausschreibung, Vertrag, Projektdefinition, Requirements Management, Projektdokumentation, Zieldefinition, Gewährleistungsanspruch, Auftraggeber, Arbeitsauftrag, Projektvereinbarung, Auftrag, Vergütungsart, Schnittstelle, Requirements Engineering, Projektauftrag, Kundenanforderung, Randbedingungen, Produktstrukturplan, Projektgegenstand, Management Summary, Schleichender Funktionszuwachs
Englische Entsprechung Statement of Work, Terms of Reference Abbreviation SOW, TOR
Basiert auf folgender Norm Norm DIN 69901-5, PMBOK, NCB 3.0 |