Das Pflichtenheft basiert auf dem Lastenheft und behinhaltet die Realisierungsvorgaben, die vom Auftragnehmer erarbeitet wurden. Es ist die Umsetzung des Lastenheftes, das vom Auftraggeber vorgegeben wird. Grundlage ist die DIN 69901-5. Mehr Angaben zum Pflichtenheft findet man hier jedoch nicht.
Unterschiedliches Verständnis des Begriffs Pflichtenheft - Beschreibung möglicher Lösungen für die Aufgabenstellung (gem. Grau und Eberhard, 2009) - einfache Beschreibung der angebotenen Leistung - ausführliche Spezifikation des Lieferumfangs und der Vorgehensweise durch den Auftragnehmer
Die Begriffe Lastenheft und Pflichtenheft sind nicht eindeutig definiert. Häufig wird der Begriff Pflichtenheft verwendet, weil alle Projektbeteiligten von einer "Pflicht" des Auftragnehmers ausgehen.
Die Verwendung in unterschiedlichen Zusammenhängen ist ein wesentlicher Grund, warum es ein mehrdeutiges Verständnis des Begriffs Pflichtenheft gibt (bspw. in Ausschreibungen, Vergabeprozessen, Spezifikation von Werksplanungen, Vorgaben (Pflichten) von ausländischen Partnern, die in der Praxis den Begriff Pflichtenheft für das Lastenheft verwenden (bspw. in der französischen Automobilzulieferer-Industrie).
Beide Begriffe sind fast ausschließlich im deutschsprachigen Raum zu finden. Selbst alle internationalen Normen verwenden die Begriffe Lastenheft und Pflichtenheft nicht eins zu eins.
Die Entsprechungen aus den internationalen Normen sind:
PMBOK(R) Guide Lastenheft: Statement of Work" (SOW) ist eine annähernde Entsprechung Pflichtenheft: Proposal
PRINCE2 Lastenheft: vergleichbar mit dem Projektmandat Pflichtenheft: vergleichbar mit der Projektbeschreibung |
Die Trennung der Dokumente des Beschaffungswesens (Statement of Work, Proposal) und der Projektplanung (Anforderunge, Project Scope, Satement, Scope Baseline, Produktbeschreibung) durch die internationalen Projektmanagement-Methoden scheint jedoch sehr sinnvoll. Das Änderungsmanagement / Change-Management während eines laufenden Projekts kann dadurch unabhänging vom den vertraglichen Fragestellungen durchgeführt werden. Änderungen am Pflichtenheft bedeuten auch immer eine Änderungen in den Vertragsvereinbarungen zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer, da das Pflichtenheft Bestandteil der Auftragserteilung ist. Man kann allerdings Lastenheft und Pflichtenheft derart definieren, dass sie vor der Erteilung des Projektauftrags erstellt werden und danach keiner Änderung mehr unterliegen. Dazu müssen dann aber im Lastenheft und Pflichtenheft das Qualitätsmanagement-System und das Change-Management-System definiert werden.
Weitere mögliche Inhalte des Pflichtenheftes - Projektstrukturplan und seine Arbeitspakete (so detailliert wie zu diesem Zeitpunkt möglich in Abhängigkeit von Projektart, Komplexität der Aufgaben, Projektgröße und Branche) - Gehören bestimmte Termine zum Vertrag, ist eine vollständige Projektplanung denkbar. Diese beinhaltet Terminplan, Ressourcenplan, Kostenplan, etc. - Aufgaben und Verpflichtungen des Auftragsnehmers können und sollten in manchen Fällen ebenfalls Inhalt sein. Beispiele hierfür wären: Das Projektmanagement-Vorgehen beim Auftraggeber, das Berichtswesen, das Informationswesen, das Qualitätsmanagement
Ist der Auftrag erteilt, sind alle darauf folgenden Anforderungen nicht mehr Bestandteil des Pflichtenhefts des Projekts. Natürlich können dazu weitere Pflichtenhefte erstellt werden, Änderungen beantragt werden, etc. die aber ebenso unabhängig vom ersten Pflichtenheft sind, sondern eigenständige Pflichtenheft darstellen. |
Synonyme / Verwandte Begriffe / weiter führende Begriffe Absichtserklärung, Angebot, Auftrag, Auftraggeber, Gewährleistungsanspruch, Gewährleistungsbedingungen, Lastenheft ,Management Summary, Projektdefinition, Projektvereinbarung, Schleichender Funktionszuwachs, Schnittstelle, Spezifikation, Vergütungsart, Vertrag, Vertragsmanagement, Vertragsterminplan
Englische Entsprechung Proposal
Basiert auf folgender Norm DIN 69901-5, PMBOK, PrMr |